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Josh Kirby

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ger. Josh Kirby; engl. Josh Kirby

Allgemeines

Josh Kirby, eigentlich Ronald William "Josh" Kirby, (geboren am 27. November 1928 in Waterloo, Lancashire; verstorben am 23. Oktober 2001 in Shelfanger nahe Diss, Norfolk) war britischer Künstler und Zeichner.

Man erzählt sich, dass Josh Kirby bereits im Alter von sieben Jahren sich ein Schild malte, auf dem ganz groß KIRBY - ARTIST, also KIRBY - KÜNSTLER, gestanden haben soll.

Josh Kirby studierte ab 1943 an der Liverpool City School of Art. Hier erhielt er von seinen Mitstudenten den Spitznamen Josh, da sie Kirbys Arbeiten mit denen von Sir Joshua Reynolds verglichen. Nach seinem Abschluss 1949 arbeitete er zunächst für ein Londoner Kunststudio, das sich auf Filmplakate für die London Underground spezialisiert hatte. Dort waren für die damlige Zeit üblich oftmals Portraits von Schauspielern abgebildet. Nach einigen Jahren machte Josh Kirby sich als freischaffender Künstler selbstständig. Im Jahr 1950 wurde ihm als jüngster Künstler überhaupt angeboten ein Portrait des Oberburgermeisters von Liverpool zu zeichnen. Zwar kehrte er kurzzeitig nach Liverpool für diesen Auftrag zurück, insgesamt reizte reizte ihn eine Karriere als Portraitzeichner trotzdem nicht sonderlich.

In London bildete er sich in Abendkursen weiter im Aktzeichnen. Ab Mitte der 1950er Jahre konnte er sich in Bushey, Hertfordshire ein Studio einrichten. Die 1950er und 1960er Jahre verbrachte Josh Kirby abwechselnd damit, Auftragsarbeiten anzufertigen und in seinem privaten Studio riesige Gemälde zu zeichnen. Bei den Gemälden zeichnete er oftmals Akte, die von Picasso oder Matisse beeinflusst waren, später allerdings auch abstraktere Kunst. Insgesamt orientierte er sich auch an Hieronymus Bosch und Bruegel. Zunächst hatte er wie diese so seine Probleme damit, sich den Lebensunterhalt allein mit dem Zeichnen zu verdienen. Das Ärgerliche an den schönen Künsten ist, - wie er selbst mal sagte - dass die wenigsten Leute wirklich davon leben können. Die meisten Künstler die ich kenne, verdienen sich durch eine Lehrtätigkeit etwas dazu, aber das ist das Letzte, was ich machen würde. Es blieb ihm also nichts weiter übrig, als seine Ansprüche - nämlich Kunst zu schaffen - hin und wieder zurückzuschrauben und profane Aufträge anzunehmen, die er etwas abschätzig als moderne Gemälde bezeichnet. Im Laufe seines späteren Lebens hat Josh Kirby diese Ansicht allerdings etwas relativiert; schließlich lässt sich beides auf den kleinsten gemeinsamen Nenner Malen reduzieren. So sagte er: I am a painter. That's what I do. I paint. (deut.: Ich bin ein Maler. Das ist was ich mache. Ich male.) Und das ist, was er schon immer tun wollte. Dass er sich in den späteren Jahren seine Aufträge aussuchen konnte, half dabei natürlich vermutlich auch etwas...

Etwa ab 1955 machte er sein Geld vorallem durch das Anfertigen von Buchcover-Illustrationen. Meistens handelte es sich dabei um Groschenromane. Die Genre reichten hierbei von Liebesromanen, Western, über Spionagethriller und Kriegsgeschichten bis hin zu Science-Fiction. Insbesondere bei letzeren konnte Josh Kirby seine Vorstellungskraft und seinen Einfallsreichtum voll ausleben. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind die Arbeiten, die er 1957 für das inzwischen längst eingestellte SciFi-Magazin Authentic schuf.

Mitte der 60er Jahre lernte Josh Kirby ein Mädchen vom Lande kennen, die sich nicht mit der Idee anfreunden konnte, in London zu Leben. Nach der Hochzeit zogen die beiden aufs Land und richteten sich in einem 400 Jahre alten Pfarrhaus in einem kleinen Dorf bei Diss in Norfolk ein.

Über die Jahre wurden Kirbys Bilder hin und wieder in Galerien ausgestellt, von denen die prominentesten das Institute of Contemporary Art und die Portal Galleries in London sind. 1986 waren seine Bilder sogar in Berlin zu sehen und 1988 wurde in Liverpool eine Retrospektive seiner Arbeiten gezeigt. 1979 wurde er auf der Science Fiction World Convention in Brighton zum besten professionellen Künstler gewählt. Außerdem zeichnete er weiterhin Filmplakate von denen die bekanntesten die für die Filme Die Rückkehr der Jedi-Ritter, Krull und Beastmaster sind. Von der Marketing-Agentur Feref bekam Josh Kirby den Auftrag ein Werbeplakat für den Monty Python-Film Life Of Brian (deut.: Das Leben des Brian) zu erschaffen. Das Bild orientierte sich an dem Bild Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel dem Älteren. Josh Kirbys Liebe zum Detail sorgte allerdings dafür, dass das Bild nicht wie geplant zu Werbezwecken verwendet wurde. Es enthielt einfach zu viele für die damalige Zeit anstößige Details, die in der Folge aus dem Film geschnitten wurden. Das ikonische Bild erschien allerdings 1979 im Buch zum Film und seitdem ist es als Bonus bei manchen DVD-Ausgaben beigefügt worden.

Mit der Scheibenwelt und Terry Pratchett kam Josh Kirby in Kontakt, als der Corgi-Verlag ihn beauftragte, ein Umschlagbild für Die Farben der Magie/The Colour of Magic zu zeichnen. Fortan war Josh Kirby der offizielle Scheibenwelt-Zeichner bis hin zu Der Zeitdieb/Thief of Time. Wie sehr Terry Pratchett Kirbys Arbeit schätzte, belegt ein Zitat von ihm: I only invented the Discworld. Josh created it. (deut.: Ich habe die Scheibenwelt nur erfunden. Josh hat sie erschaffen.).

Die Zusammenarbeit zwischen Pratchett und Kirby war sehr eng. So verlangte Josh Kirby für seine Arbeit immer den kompletten Roman im Voraus, um die richtige Stimmung für das Coverbild zu treffen. Die beiden klärten Probleme und Unstimmigkeiten auch regelmäßig per Telefon - eine Vorgehensweise, die ansonsten eher unüblich für Autoren und Einbandzeichner ist.

Insgesamt zeichnete Josh Kirby 25 Buchcover für die Scheibenwelt-Serie und andere Bücher Pratchetts. Die ersten davon sind zusammengefasst in The Josh Kirby Discworld Portfolio.

Josh Kirby starb am 23. Oktober 2001 im Alter von 72 Jahren.Sein Name wird immer eng mit der Scheibenwelt verbunden bleiben. Nach seinem Tod führte Paul Kidby die Illustration der Buchcover von Pratchetts Romanen fort.

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